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Eine Wohnung mit 650 Euro Kaltmiete kann am Ende teurer sein als eine mit 700, wenn Betriebskosten und andere laufende Wohnkosten deutlich unterschiedlich sind. Für das Monatsbudget interessiert deshalb weniger die schönste Zahl im Exposé als das, was tatsächlich regelmäßig vom Konto geht.
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Eine monatliche Nebenkostenvorauszahlung sieht im Budget schön konstant aus. Abgerechnet wird bei Vorauszahlungen aber später auf Basis der tatsächlichen Kosten. Für die Frage „Kann ich mir diese Wohnung leisten?“ würde ich deshalb nicht so planen, als könne am Jahresende grundsätzlich niemals eine Nachzahlung auftauchen.
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Bei der Wohnungssuche habe ich früher hauptsächlich auf die Kaltmiete geschaut. Mittlerweile rechne ich im Kopf direkt weiter: Nebenkosten, Strom, Internet, irgendwann irgendeine Nachzahlung, Möbel, irgendwas geht immer kaputt. Auf einmal sind 100 Euro Unterschied nicht mehr „nur 100 Euro“, sondern ziemlich genau das Geld, das am Monatsende noch Spaß machen sollte. Alleine wohnen hat mir vor allem beigebracht, dass eine Wohnung sehr viele kleine Rechnungen gleichzeitig sein kann.
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Von 70 auf 35 Quadratmeter zu wechseln halbiert die Miete nicht automatisch. Kleine Wohnungen können pro Quadratmeter relativ teuer sein, gerade dort, wo viele Menschen allein wohnen wollen. Weniger Platz spart Geld. Nur nicht immer so linear, wie der Grundriss vermuten lässt.
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Ich würde inzwischen lieber ein Zimmer weniger nehmen als jeden Monat so viel Miete zu zahlen, dass am Ende praktisch keine Rücklage mehr möglich ist. Zehn Quadratmeter mehr merke ich zu Hause. Ein kaputter Laptop ohne finanziellen Puffer aber auch.
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Ich habe eine Zeit lang in WGs gewohnt, obwohl ich mir mit etwas Disziplin auch eine kleine Wohnung allein hätte leisten können. Irgendwann habe ich es ausprobiert. Finanziell war der Unterschied deutlich. Aber am ersten Wochenende saß ich morgens mit Kaffee in der Küche und niemand kam rein, niemand hatte Besuch, niemand fragte, ob ich später noch einkaufen gehe. Da wusste ich ziemlich schnell: Das hier kostet mich mehr, aber im Moment ist es mir das wert. Ob ich bei der nächsten Mieterhöhung noch genauso romantisch darüber denke, sehen wir dann.
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Eine eigene Wohnung muss nicht am Einzugstag wie ein fertiger Möbelkatalog aussehen. Bett, Tisch, Licht, ein paar Küchensachen – vieles andere kann nach und nach kommen. Das macht die Wohnung nicht billiger. Es verteilt nur die Entscheidung, was wirklich gebraucht wird, über mehr als ein Wochenende.
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